Wien

Eines der neuen Bundesländer Österreichs und zugleich Bundeshauptstadt ist Wien. Mit rund 1.670.000 Einwohnern ist Wien die bevölkerungsreichste Stadt von Österreich, im Großraum Wien lebt mit etwa zwei Millionen Menschen ein Viertel aller Österreicher. Wien ist bezogen auf die Einwohnerzwahl die zehntgrößte Stadt der Europäischen Union. Weiters ist Wien mit dem Büro der Vereinten Nationen einer der vier offiziellen Amtssitze der Vereinten Nationen. Weitere bedeutende internationale Organisationen sind die OPEC, die OSZE und die Internationale Atomenergie-Organisation.
Jahrhundertelang war die Stadt Residenz der Habsburger und entwickelte sich in dieser Zeit zu einem kulturellen und politischen Zentrum Europas.
Neben dem Riesenrad im Prater und vielen anderen Sehenswürdigkeiten ist der Stephansdom eines der Wahrzeichen Wiens. Als eines der höchsten Bauwerke der Stadt und als Metropolitankirche im Zentrum von Wien gilt der Stephansdom.
Mit einer Fläche von 414 km² ist Wien das kleinste Bundesland Österreichs. Weiters ist Wien das einzige Bundesland Österreich, das über keine Grenze zu einem Nachbarstaat verfügt.
Aufgrund seines Sonderstatus als Bundesland und Statutarstadt zugleich verfügt Wien unter den Bundesländern über den größten Anteil von Verkehrs- und Bauflächen gemessen an seiner Größe. Bebautes Land sind 11,3 % der Gesamtfläche, 11,1 % sind Straßenverkehrsfläche und 2,2 % Gleiskörper. Auch ist Wien eines der vier Bundesländer, die Weinbau betreiben.

Stadtgliederung

Heute wird Wien in 23 Bezirke unterteilt. Deckungsgleich mit dem Stadtgebiet war noch im Revolutionsjahr 1848 die historische Altstadt, die heute den Großteil des 1. Bezirks bildet. Zu drei großen Stadterweiterungen kam es unter Kaiser Franz Joseph in den Jahren 1850, 1890/1892 und 1904. Die Vorstädte, die Gemeinden innerhalb des Linienwalls wurden im Jahre 1850 als 2. und 8. (seit der Teilung des ursprünglichen 4. Bezirks in zwei Bezirke) in die Stadt Wien einbezogen. Nach einem Beschluss von 1890 wurden die Außenbezirke am rechten Donauufer, damals Vororte, in die städtischen Viertel eingemeindet. Damit besaß Wien nun 19. Bezirke. Der nördliche Teil des 2. Bezirks wurde um 1900 zum 20. Bezirkes. Weite Gebiete am linken Donauufer um Floridsdorf und Kagran wurden bei der dritten großen Erweiterung, im Jahre 1904 als 21. Bezirk eingemeindet. Diese Stadtgrenzen galten bis ins Jahr 1938.
Zur Zeit des Nationalsozialismus, als man Groß-Wien schuf, erlebte das Stadtgebiet eine Vervierfachung. Im Jahre 1946 wurde diese Entscheidung großteils wieder rückgängig gemacht. Bei Wien blieben Stammersdorf, Eßling, Unterlaa, Oberlaa- die Ortschaften des heutigen 23. Bezirkes, der Lainzer Tiergarten und Hadersdorf-Weidlingau. Seit dem Jahre 1954 sind die Stadtgrenzen von Wien unverändert.
Die heutigen Name der Wiener Bezirke lauten: 1. Bezirk (Innere Stadt), 2. Bezirk (Leopoldstadt), 3. Bezirk (Landstraße), 4. Bezirk (Wieden), 5. Bezirk (Margareten), 6. Bezirk (Mariahilf), 7. Bezirk (Neubau), 8. Bezirk (Josefstadt), 9. Bezirk (Alsergrund), 10. Bezirk (Favoriten), 11 Bezirk (Simmering), 12. Bezirk (Meidling), 13. Bezirk (Hietzing), 14. Bezirk (Penzing), 15. Bezirk (Rudolfsheim-Fünfhaus), 16. Bezirk (Ottakring), 17. Bezirk (Hernals), 18. Bezirk (Währing), 19. Bezirk (Döbling), 20. Bezirk (Brigittenau), 21. Bezirk (Floridsdorf), 22. Bezirk (Donaustadt), 23. Bezirk (Liesing).

Klima

Ein Übergangsklima mit ozeanischen Einflüssen aus dem Westen und kontinentalen Einflüssen aus dem Osten bildet das Wiener Klima. Wien hat meist nur geringe Niederschlagsmengen und längere Trockenperioden. Im Vergleich zu anderen Teilen Österreichs sind die Winter eher mild.

Bevölkerung

Wien wird heute in internationalen Rangreihungen unter die Städte mit der besten Lebensqualität weltweit gezählt. Der hohen Grünanteil am Stadtgebiet, die vergleichsweise sehr gute ökologische Qualität der Stadt, die hohe soziale und polizeiliche Sicherheit, das erstklassige Gesundheitswesen, das hoch entwickelte Bildungswesen, die Dichte an kulturellen Einrichtungen, die effiziente öffentliche Verwaltung und die Freizeitqualität tragen dazu bei.
Rund 1,67 Millionen Menschen lebten Anfang 2007 in Wien. Etwa 16,02 % der Wiener Wohnbevölkerung sind keine österreichischen Staatsbürger. 48.000 Menschen sind türksicher Herkunft und rund 120.000 Personen aus den ehemals jugoslawischen Ländern Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Slowenien.
Wien wächst seit dem Jahre 2000 um etwa 20.000 Einwohner pro Jahr.

Sehenswürdigkeiten

Wien ist dank der zahlreichen Prunkbauten aus der römisch-deutschen und der österreichischen Kaiserzeit, vielfältiger Kulturangebote und nicht zuletzt auch dank des Rufes als Musikhauptstadt, den Wien aufgrund des Schaffens zahlreicher berühmter klassischer Musiker, wie Beethoven, Mozart oder Mahler, erwarb, weltweit bekannt und ein beliebtes Touristenziel. Weltweit bekannt sind der Wiener Walzer, die Wiener Sängerknaben, musikalische Großveranstaltungen wie das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker oder der Wiener Opernball.
Weiters gilt Wien als Welthauptstadt der Musik. In Wien arbeiteten im Laufe der Jahrhunderte Komponisten von Weltruhm. Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Johann Strauß (Vater), Johann Strauß (Sohn) zählen zu den bekanntesten Vertretern.
Die Gäste lassen sich mit einem Fiaker (Pferdekutsche) durch die zum Weltkulturerbe zählende Innere Stadt, in deren Zentrum kutschieren, um sich den Stephansdom anzuschauen. Auch kommen viele Touristen im Dezember, wenn die Stadt mit ihren Weihnachtsmärkten, ihrem „Silvesterpfad“ durch die Altstadt und ihrem „Kaiserball“ aufwarten kann.
Zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten zählen der Stephansdom, das Schloss und der Tiergarten Schönbrunn, das Kunsthistorische Museum, die Hofburg, die Albertina, das Riesenrad sowie das MuseumsQuartier.
Das Hundertwasserhaus von Friedensreich Hundertwasser stellt eines der beliebtesten Touristenattraktionen dar. Dieses Haus wurde als Gegenmodell zur nüchternen modernen Architektur gedacht.
Auch die Müllverbrennungsanlage Spittelau wurde von Hundertwasser künstlerisch gestaltet.
Viele unterschiedliche Parkanlagen besitzt Wien und ist weltweit einer der Städte mit dem höchsten Grünflächenanteil, der die Hälfte des Stadtgebietes ausmacht. Mehrere Parks, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, die reich mit Denkmälern und Parkbauten bestückt sind, gibt es in der Innenstadt. Es zählen der Stadtpark, der an die Hofbug anschließende Burggarten, der Augarten, sowie der Volksgarten dazu.

Heurigenkultur

Weltweit ist Wien eine der wenigen Metropolen mit eigenem Weinanbaugebiet. Dieser Wein wird in Wien in kleinen Lokale (Heurigen) ausgeschenkt, die sich vor allem in den Weinbaugebieten Döblings, Floridsdorf, Mauer und Oberlaa konzentrieren. Oftmals wird der Wein auch als Gespritzter getrunken. Das ist ein Mischgetränk aus Weißwein und Soda- oder Mineralwasser, wobei das Mischungsverhältnis jahreszeitlich variieren kann (Sommer- oder Wintergespritzter).

Wirtschaft

Wien gehört innerhalb der EU zu den wohlhabendsten Regionen. Die Stadt wurde als fünfreichste Region der EU eingestuft – nach London, Luxemburg, Brüssel und Hamburg.
Mit der Wiener Börse befindet sich auch Österreichs einzige Wertpapierbörse in Wien.
Landwirtschaftlich werden und 16 % der Fläche Wiens von rund 900 gärtnerischen und bäuerlichen Betrieben genutzt. Dadurch werden jährlich rund 50.000 Tonnen Gemüse hergestellt, vor allem Tomaten, Paprika, Gurken, Salat und Radieschen. Zu den Anbaugebieten zählen unter anderem die Simmeringer Haide. Auch der größte österreichische Gemüsevertrieb, die LGV-Frischgemüse, hat ihren Sitz und ihr Hauptlager in Simmering. Dieses Unternehmen versorgt je nach Saison bis zu 70 % Wiens und 56 % Österreichs mit Frischgemüse aus Wien und Umgebung.