Salzburg

Ein Bundesland Österreichs ist das Land Salzburg. Salzburg unterscheidet sich durch seine besondere historische Entwicklung und seiner Stellung als Fürstentum im Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis 1806 von der Geschichte der anderen österreichischen Bundesländer.

Geschichte

Bis in die vorgeschichtliche Zeit reicht die Besiedlung Salzburgs. Der älteste Name der Stadt „Iuvavum“ stammt von den Kelten. Iuvavum war unter den Römern ein Verwaltungsbezirk innerhalb der Provinz Noricum Ripense. Zum Herzogtum Baiern gehörte das Gebiet des späteren Landes Salzburg seit dem 6. Jahrhundert.
Durch die Erlassung einer eigenen Landesordnung zum weitgehend selbständigen Staat innerhalb des „Heiligen Römischen Reiches“ wurde Salzburg im Jahre 1328. Fürsterzbischof Leopold Anton Graf von Firmian erzwang in den Jahren 1731/32 die Auswanderung von rund 20.000 Salzburgern, die zum Protestantismus konvertiert waren.
Im Jahre 1849 wurde Salzburg ein eigenes österreichisches Kronland und 1920 Bundesland der neu entstandenen Republik Österreich.

Salzburg (Landeshauptstadt)

Die Hauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes Salzburg der Republik Österreich ist Salzburg. Salzburg ist nach Wien, Graz und Linz mit rund 150.000 die viertgrößte Stadt Österreichs.
Oft wird Salzburg auch Mozartstadt genannt, da Wolfgang Amadeus Mozart hier geboren wurde und mehr als die Hälfte seines kurzen Lebens auch hier verbrachte. Salzburg ist mit der ausdrücklichen Nennung eines erzbischöflichen Stadtrichters die älteste Stadt im Gebiet des heutigen Österreichs.
Im Salzburger Becken liegt die Stadt Salzburg. Durch die Salzach und die unbebauten Stadtberge ist die Stadt wesentlich geprägt und macht die Innenstadt zu einer der grünsten Europas. Der Festungsberg, Mönchsberg, Rainberg und Kapuzinerberg gehören zu den inneren Stadtbergen.
Am 5. Dezember 1996 wurde die gesamte Altstadt einschließlich der Bergstraße in der Linzergasse, der Neustadt mit dem Äußeren Stein, dem Inneren Nonntal, dem Inneren Mülln, dem Mönchsberg und dem Kapuzinerberg von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen und ist in ihrer Gesamtheit einzigartig. Auch das Schloss Hellbrunn mit seinem Schlossgarten, den Wasserspielen und dem Landschaftsgarten um die alte Hellbrunner Alle sind weltweit einzigartig.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Vor allem mit der Altstadt und dem Raum um Schloss Hellbrunn besitzt Salzburg eine besonders lange kulturelle Tradition. Unter anderem finden sich hier der älteste Straßentunnel Österreichs, der älteste mittelalterliche Wasserstollen Mitteleuropas (Almkanal), die größte erhaltene Burg Europas (Festung Hohensalzburg), die weltweit älteste erhaltene Standseilbahn (Reißzug), die weltweit besterhaltenen Renaissance-Wasserspiele (Wasserspiele Hellbrunn) und die weltweit älteste erhaltene Allee (Hellbrunner Allee).
Der Salzburger Dom (1614 – 28 neu errichtet, erste Barockkirche nördlich der Alpen), der Stift Sankt Peter (ältestes bestehendes Kloster im deutschen Sprachraum), der Benediktiner-Frauenstift Nonnberg (das weltweit älteste dauernd bestehende Frauenkloster), die Kollegienkirche (besonders bedeutend, Hauptwerk des Architekten Fischer von Erlach), die Dreifaltigkeitskirche, die Markuskirche, die Johannsspitalkirche, die Franziskanerkirche, die Michaelskirche, die Pfarrkirche Mülln und die Sebastianskirche gehören zu den berühmtesten kirchlichen Bauwerken von Salzburg.
Die Alte Residenz, die Neue Residenz mit dem Glockenspiel in dem sich heute das Salzburg Museum Carolino Augusteum befindet, die Alte Universität mit Saecellum und Großer Aula, das Rathaus, der Hofmarstall (Festspielhaus) mit Felsenreitschule mit der Marstall-Pferdeschwemme, das Sigmundstor (ältester Straßentunnel Mitteleuropas) sind weitere Besonderheiten in Salzburg.
Das Geburtshaus von Wolfgang Amadeus Mozart steht in der zentralen Getreidegasse, die für den Handel schon früh eine wichtige Rolle spielte. Der Domplatz mit der Mariensäule, Kapitelplatz und Kapitelgasse mit der Kapitelschwemme, der Residenzplatz mit dem marmornen Residenzbrunnen, der Mozartplatz mit dem Mozartdenkmal, der Waagplatz, sowie der Alte Markt mit dem Florianibrunnen, die Sigmund-Haffner-Gasse und der angrenzende kleine Rathausplatz sind weitere bekannte Straßen und Plätze in Salzburg.
Zu den berühmtesten und wichtigsten Burgen und Schlössern zählen die Festung Hohensalzburg (größte erhaltene Burg Mitteleuropas, Baubeginn während Investiturstreit im Jahre 1077), Schloss Mirabell, Schloss Aigen, Schloss Leopoldskron, Johannesschlössl, Marketenderschlössl (Schloss Mönchstein auf dem Mönchsberg), Franziskischlössl auf dem Kapuzinerberg, Schloss Arenberg und Schloss Neuhaus am Kühberg.

Musikstadt

Unter Erzbischof Arn bestand im Austausch mit Gelehrten um Karl den Großen eine frühe Musiktradition. Papst Johannes VIII. erbat schon im Jahre 870 angesichts des Rufes der Musikstadt Salzburg den Erzbischof um eine Orgel samt Organisten für den Dienst im Vatikan. Der Mönch von Salzburg lebte unter Pilgrim II. von Puchheim am Salzburger Hof, dessen volksliedhafte geistliche und weltliche Lieder bis heute Kraft und Wirkung bewahrt haben.
Wolfgang Amadeus Mozart, Salzburgs größter Sohn, kam im Jahre 1756 auf die Welt. Es kam unter Fürsterzbischof Colloredo, selbst ein ausgezeichneter Violinspieler, mit Wolfgang Amadeus Mozart, der sich nicht ausreichend gefördert sah. Die Tradition der Mozart-Festspiele leitete die Einweihungsfeier für das erste Mozartdenkmal im Jahre 1842 ein. Diese Tradition sollte unter der Förderung von Joseph Friedrich Hummel und Lilli Lehmann zur Gründung der Salzburger Festspiele führen.