Neusiedler See (Burgenland)
Neben dem Plattensee ist der Neusiedler See einer der wenigen Steppenseen in Europa. Sowohl auf österreichischem als auch auf ungarischem Staatsgebiet liegt der See. Er ist aber auch der größte See in Österreich. Durch seinen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes und windiges Klima zeichnet sich der Neusiedler See aus.
Annähernd hat der See die Form eines Schuhlöffels, das nördliche Drittel wird Neusiedler Bucht genannt, die schmalste Stell ist die Illmitzer Seeenge, und ganz im Süden liegt der durch Schilf vom Rest des Sees weitgehend abgetrennte Silbersee.
Fast völlig ist der Neusiedler See von einem Schilfgürtel umgeben, er bildet den Lebensraum der einzigartigen Tierwelt der Region und ist nach dem Donaudelta das größte zusammenhängende Schilfgebiet in Europa. Von Landwirten und einigen professionellen Schilfschneidern werden im Winter etwa 10-15 Prozent des Schilfgürtels maschinell geerntet und teilweise auch weiterverarbeitet. Das Schilf wird auch als Baumaterial verwendet. Es wird für Stuckatur und für die Dachdeckung verwendet, da es Kieselsäure eingelagert hat und dadurch besonders widerstandsfähig ist. Weiters wird es auch als Wärmedämmung und Sichtschutz verarbeitet.
Meist ist der Untergrund des Sees sandig, an einigen Stellen finden sich Schotterbänke. Die Bildung von Schlamm wird durch die Strömung verhindert. Nur in Bereichen ohne Strömung nahe dem Schild oder in Buchten und Häfen lagert sich verrottende Biomasse und Faulschlamm ab und bildet die markanten Methan- und Schwefelwasserstoffgase. Auch bilden diese Gase die Ursache für die ungewöhnlichen eisfreien Stellen, wenn im Winter der See sonst vollständig zugefroren ist.
Die Wassertemperaturen werden rasch an die umgebende Lufttemperatur angepasst, da der See sehr seicht ist. Wassertemperaturen bis an die 30 Grad können an besonders heißen Tagen erreicht werden. Durchschnittlich werden im Sommer 22 bis 23 Grad gemessen.
Der Neusiedler See gilt als windreich und wird gerne von Seglern und Windsurfern genutzt.
Plötzlich auftretende Böen und Stürme können allerdings für Wassersportler und Schifffahrt sehr gefährlich werden, da sich die Winde während eines Sturmes jederzeit verstärken können. Etwa zwei Mal im Jahr werden sogar orkanartige Stürme verzeichnet.