Kärnten

Das südlichste Bundesland Österreichs ist Kärnten. Vor allem durch seine Berg- und Seelandschaft ist Kärnten bekannt.
Das der Name Kärnten aus dem Keltischen stammt, wird angenommen. Hierzu gibt es zwei Namensdeutungen. Das wäre einmal „carant“ = Freund, Verwandter. Diese Bedeutung würde etwa Land der Befreundeten entsprechen. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf einen in der Bronzezeit hier ansässigen illyrischen Volksstamm. Die zweite Version ist die Bezeichnung Kärnten aus dem keltischen „karanto“ = Stein, Fels.
Im Westen grenzt Kärnten an Osttirol, im Norden und Nordosten an Salzburg und die Steiermark und im Süden an Slowenien sowie die italienischen Regionen Friaul und Venetien. Unterteilt wird Kärnten in Oberkärnten (vom Hochgebirge geprägt) und Unterkärnten (vom Klagenfurter Becken geprägt). Die Landeshauptstadt Klagenfurt liegt im Klagenfurter Becken, das von den Zentralalpen im Norden und den Karawanken im Süden begrenzt wird. Westlich von Klagenfurt liegt der Wörthersee, der zusammen mit vielen anderen Seenn das Zentrum des Sommertourismus bildet.
Weiters wird Kärnten von mehreren Tälern durchzogen, von denen die größten das Möll-, das Drau-, das Gail-, das Rosen-, das Jaun- und das Lavanttal sind. Die Drau ist der bedeutendste Fluss Kärntens. Die Wasserkraftwerke der ehemaligen „Draukraft“ liefern 12 % des Stroms für ganz Österreich.
Die Lage Kärntens spiegelt sich in einer großen Gesteinsvielfalt und komplexen Lagerungsverhältnissen der Gesteine wieder. Einheiten sind das Penninikum, Ostalpin, Südalpin, Tertiär und Quartär.

Klima

In der gemäßigten Klimazone Mitteleuropas befindet sich Kärnten.
Ein wichtiges Phänomen des Klagenfurter Beckens und der angrenzenden Täler ist die winterliche Temperaturumkehr. Der Kaltluftsee und damit meist auch die Nebeldecke reicht häufig in Höhen bis 1000 Meter. In Höhenlagen zwischen 1.000 und 1.400 Meter sind die Temperaturen daher oft um 15 Grad höher als im Tal.
Mit Niederschlagsminima Winter (Februar) und Maxima im Sommer folgt der Niederschlag in Kärnten dem mitteleuropäischem Muster.
Im Klagenfurter Becken und den großen Tälern beträgt die Zahl der Tage mit Schneebedeckung 75 bis 100 Tage, im Unteren Lavanttal noch weniger. Jedoch liegt in weiten Teilen der Gebirge die Schneebedeckung über 150 Tagen.

Umwelt

Von Wald sind etwa 57,6 % der Landesfläche bedeckt, 19,4 % bilden agrarischen Hauptarbeitsraum, 0,31 % sind größere Feuchtbiotope, 5,13 % Siedlungs- und Verkehrsflächen, 1,14 % Wasserflächen, 0,54 % Gletscher und 0,28 % Pistenflächen.
Rund 15.000 Tierarten sind in Kärnten bekannt. In den Waldgebieten Europas und Asien sind der größte Teil der Kärntner Fauna beheimatet. Diese Arten wanderten ein, als sich Kärnten wieder bewaldete. Typische Vertreter der Fauna sind Hirschkäfer, das große Nachtpfauenauge und die Kreuzotter.

Tourismus

Ein beliebtes Sommer-Urlaubsreiseziel ist Kärnten. Die großen Seen (Wörthersee, Millstätter See, Ossiacher See und Weissensee) gehören zu den bekanntesten Zielen. Aber auch kleinere, wie der Faaker See, Klopeiner See und Pressegger See sind sehr beliebt. Der Tourismus ist im Sommer an den Kärntner Seen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Weit über dem europäischen Schnitt liegt die Anzahl der Campingplätze.
Aber auch die Berge und Almen sind beliebte Erholungsgebiete. Mit dem Nationalpark Nockberge und dem Nationalpark Hohe Tauern wurden nicht nur die Naturschönheiten geschützt, sondern auch der Öffentlichkeit auf sanfte Weise zugänglich gemacht.
Unter anderem sind im Wintertourismus die Schigebiete Bad Kleinkirchheim, Nassfeld, Innerkrems und Gerlitzen Ziel vieler Urlauber aus Österreich, Deutschland und Italien.
Kärnten gelangt durch den Ausbau des Flughafens Klagenfurt der Anschluss an den internationalen Flugreisetourismus. Die Anzahl der Nächtigungen liegt ca. bei 13 Millionen pro Jahr.

Klagenfurt (Landeshauptstadt)

Die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Kärnten ist Klagenfurt. Sie ist mit 92.400 Einwohnern die größte Stadt Kärntens und sechstgrößte Stadt Österreichs. Im Westen grenzt Klagenfurt an den Wörthersee und liegt in der größten Beckenlandschaft der Ostalpen und hat eine Fläche von 120,11 km². Nicht nur die Aufgabe einer Gemeinde hat Klagefurt, sondern auch einer Bezirkshauptmannschaft, da sie Statutarstadt ist.
Es herrscht in Klagenfurt gemäßigt kontinentales Klima mit relativ großen Temperaturschwankungen zwischen den Jahreszeiten. Das Gebiet ist durch das Klagenfurter Becken und dessen typischen Einfluss auf das Klima, anfällig für überdurchschnittlich viel langanhaltenden Neben. Überwiegend handelt es sich hierbei im Früh- und Mittelherbst um Bodennebel, während im Spätherbst und Winter meist Hochnebel bemerkbar sind.
7,7 Grad beträgt in Kärnten die langjährige mittlere Jahrestemperatur.

Sprache

Die Bevölkerung Klagenfurts spricht mit 89,4 % überwiegend Deutsch. Kroatisch bildet die zweitgrößte Sprachgruppe, gefolgt von Slowenisch.

Religion

Die Bevölkerung ist mit 69 % römisch – katholisch, 7,5 % evangelisch und zu 3 % muslimisch.
Seit 1787 ist Klagenfurt Sitz der römisch-katholischen Diözese Gurk. Im Jahre 1071 wurde die Diözese Gurk mit Bischofssitz in Gurk gegründet.
Von den jüdischen Gemeinden zeugen heute nur noch der kleine Friedhof in St. Ruprecht sowie eine Gedenktafel in der Platzgasse Nr. 3, an deren Stelle sich das ehemalige Bethaus befand, das 1938 zerstört wurde.

Geschichte

Von einem Drachen berichtet die Gründungssage von Klagenfurt. Er hauste in einem Sumpf, an dessen Stelle sich heute der Europapark zwischen dem Stadtzentrum und dem Wörthersee befindet, und ernährte sich von Jungfrauen aus den umliegenden Ortschaften. Erst mittels einer List durch tapfere Männer konnte das Ungeheuer getötet werden. Man errichtete einen Turm, an dessen Spitze man einen Ochsen als Köder ankettete, wobei die Kette auch mit einem großen Haken versehen war. Der Lindwurm, der aus seinem Sumpf kam um den Ochsen zu fressen, verfing sich an der kette und konnte daraufhin getötet werden. Diese Gründungssage findet auch im Stadtwappen von Klagenfurt ihren heraldischen Niederschlag.

Sehenswürdigkeiten

In Klagenfurt sind besonders sehenswert der Lindwurmbrunnen am Neuen Platz, der Kiki Kogelnik Brunnen, das Spanheierdenkmal, die Florianisäule am Heuplatz, die Pestsäule am Alten Platz und das Maria Theresie-Denkmal am Neuen Platz. Weiters findet man auch das Schloss Annabichl, das Schloss Ehrenbichl und das Schloss Ehrenhausen in Kärnten, die sich allerdings in Privatbesitz befinden.